Die ersten Male – Teil II

“No one else could make you feel like I do, I do, I do

No one ever gets as deep inside you, as I do baby

Our love is a bed of nails

Love hurts good on a bed of nails

I’ll lay you down and when all else fails

I’ll drive you like a hammer on a bed of nails.”

(Alice Cooper – Bed of nails)

 

Es war Montag, ich stand morgens auf, wie gewohnt. Und dennoch konnte ich nicht leugnen, dass es sich anders anfühlte. Während ich mir meinen Tee aufsetzte und mich für die Arbeit fertig machte, schweiften meine Gedanken zum vorherigen Abend und ich erwischte mich bei einem grenzdebilen Grinsen. Da kam eine Nachricht von dem Künstler, der mir einen guten Morgen wünschte. Ich antwortete natürlich und freute mich, dass er wohl ebenfalls an mich dachte.

Ganz ähnlich lief es dann den ganzen Tag über. Meine Konzentration auf der Arbeit ließ zwar zu wünschen übrig, aber meine Laune stieg weiter. Obwohl ich noch immer müde war, konnte ich es kaum erwarten, den Künstler wiederzusehen. Ihm schien es ähnlich zu gehen und so verabredeten wir uns für den nächstmöglichen Zeitpunkt.

Ich möchte mich jetzt nicht in weniger wichtigen Details verlieren, aber in den darauffolgenden zwei Wochen sahen wir uns fast jeden Tag. Zusätzlich blieben wir in ständigem Kontakt. Und mit jedem Treffen, mit jeder Nachricht wurde unsere Verbindung noch stärker. Es wurde deutlich, dass wir uns beide auch durchaus nach mehr als Fesseln und Seilen sehnten. Ich werde einen bestimmten Abend wohl nie vergessen. Ich fuhr zu dem Künstler nach Hause, zum ersten Mal. Das war schon sehr aufregend, denn mir war klar, dass es dort einrichtungsbedingt durchaus mehr Möglichkeiten gab als zuvor bei mir zuhause. Beispielsweise hatte ich den Wunsch nach einer Suspension geäußert.

Der Wunsch wurde mir von ihm an eben an diesem Abend erfüllt. Meinen ersten “Flug” werde ich immer in Erinnerung behalten. Es war einfach wundervoll, genau richtig. Die Atmosphäre war perfekt, ich fühlte mich wohl, konnte mich fallen lassen und völlig in meinem Selbst und unserer Bindung versinken. Dabei habe ich während der Suspension noch verhältnismäßig viel um mich herum wahrgenommen. Doch als ich danach gefesselt auf dem Boden lag, war alles so viel intensiver. Aus reiner Neugier hatte ich den Künstler gebeten, Fotos von mir zu machen. Ich wollte wissen, wie ich in den Seilen aussah. Er tat mir den Gefallen, allerdings bekam ich das zunächst nur am Rande und nach der Suspension überhaupt nicht mehr mit. Ich war einfach nur noch körperlich anwesend, anders kann ich es nicht beschreiben.

Hinterher die Bilder von mir zu sehen war ein fantastisches Gefühl. Der Künstler hielt mich noch immer im Arm, während ich mich betrachtete. Ich freute mich über den Anblick und war auch sehr froh, die Fotos als Erinnerung zu haben. Wir sprachen noch ein bisschen über diesen oder jenen Moment, genossen die Zweisamkeit und die Nähe. Es war einfach ein wunderschöner Abend, an dem ich im Übrigen auch den Rohrstock kennenlernte.

Also ja, es verschob sich von reinem Fesseln immer mehr in Richtung BDSM und ich mochte das. Ich fühlte mich von Anfang an so gut aufgehoben bei dem Künstler, also ließ ich mich weiter darauf ein.

Als mir bewusst wurde, dass ich definitiv mehr möchte, wollte ich die Verbindung zwischen uns durch eine symbolische Geste ausdrücken. Außerdem konnte ich ihm so zeigen, dass ich mich für mehr bereit fühlte. Ich besuchte ihn wieder einmal und wusste auch, dass ich über Nacht bleiben würde. Die Situation war ideal, ich wusste wir würden eine schöne gemeinsame Zeit haben. Ich packte also das Notwendigste zusammen und machte mich auf den Weg zu ihm.

Vielleicht hat er mir die leichte Nervosität ja sogar angemerkt und ich konnte es auch nicht lassen, etwas anzudeuten. Also war er auch gespannt und ich mochte es sehr, ihn so neugierig zu machen.

Als die Stimmung an dem Abend schließlich langsam in diese bestimmte Richtung ging, bremste ich ihn kurz und ging zu meiner Tasche. Währenddessen setzte er sich und wartete ruhig ab, was ich nun wohl tun würde. Ich holte mein Halsband aus meiner Tasche und versuchte es noch nicht direkt zu zeigen. Anschließend kniete ich mich vor ihn und präsentierte ihm auf flachen Händen mein Halsband.

Und das war auch irgendwie das Besondere daran. Es war mein Halsband, dass ich mir selbst gekauft hatte. Ich hatte es schon öfters beim Sex getragen, aber da hatte ich es immer selbst vorher angelegt. Es war auch nicht irgendein Halsband von ihm für mich oder sonstiges. Das machte die ganze Symbolik so stark. Ich denke zwar, ein speziell von ihm für mich gekauftes Halsband hätte sicherlich auch eine besondere Bedeutung für mich, aber sowas macht man ja nicht nach den ersten Wochen. Zumal es ja auch von mir ausging.

Ich empfand es so, dass ich ihn mit dieser Geste durchaus berührt habe und er sehr glücklich darüber war. Er legte mir das Halsband um, langsam und unglaublich sanft. Und dann begann er. Ich genoss jeden Moment und fühlte mich, als wäre ich genau da, wo ich sein sollte. Nicht räumlich, sondern seelisch. Denn in jeder Sekunde war ich bei ihm und er bei mir. Er quälte mich, er demütigte mich, er tat mir weh und ließ mich zappeln bishin zu köstlicher Erlösung, bis auch diese schon fast wieder eine Qual war. Danach schlief ich in seinen Armen ein und war einfach nur rundum glücklich.

Natürlich blieb es spätestens dann nicht aus, dass man sich auch mal für ein längeres, intensiveres Gespräch zusammensetzt. Auch wenn sicherlich andere Beschreibungen spannender sind, so möchte ich diesen Teil nicht auslassen. Wir sprachen über Safewords, was wir mögen oder was wir nicht mögen. Auch Dinge wie Eifersucht waren ein Thema. Denn zum einen habe ich dem Künstler offen von Neptun erzählt (der nette S/Mler, remember?) und zum anderen ist durch das Fesseln bzw die Fesseltreffs eine nette Gruppe entstanden. Innerhalb dieser Gruppe wurde ich beispielsweise auch schon mit einem anderen Bunny aneinander gefesselt und je nach Umgebung wurde es auch mal etwas intensiver. Dazu aber an einer anderen Stelle mehr.

Und damit sind wir bei meiner aktuellen Situation angekommen. Ich bin unfassbar glücklich, so wie es jetzt ist und bin sehr gespannt, wie sich die Dinge noch weiter entwickeln werden. Ich durfte viele erste Male erleben und freue mich auf die ersten Male, die mich noch erwarten.

Vielen Dank an dich, dass du den Beitrag gelesen hast. Ich hoffe dieser Teil meines Gedankenkarussells hat dir gefallen.

Alles Liebe

Kati

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