Von Neugier und anderen Risiken

„The awakening of a morning dawn.

Opens up the gate for times to come,

To aims and beyond.

The awakening of a new aeon

Will tell us the missions to be done.

An icy gloria.

Awake is what we are.

Awake and aware. „

(Van Canto- The Awakening)

 

Es ist Dienstag und ich treibe gelangweilt durch meinen Alltag. Immer wieder schweifen meine Gedanken zum letzten Fesseltreff (mittlerweile mein dritter Besuch). Dieses Treffen war etwas Besonderes. Das hatte verschiedene Gründe. Unter anderem war ich bereits fast den ganzen Tag davor beim Künstler zuhause und habe auch übernachtet. Und es war eine fantastische Nacht. Außerdem war ich bei dem Treffen quasi das Modell für den Einsteiger Workshop, es war aber allgemein so wenig los, dass es eine wirklich kleine und entspannte Runde war. Ich war also sowieso schon in der richtigen Stimmung und während des Workshops irgendwann ziemlich versunken. Was nicht unbedingt schlecht war, aber für Einsteiger doch ziemlich eindrucksvoll, denn aufwändige Fesselungen wurden ja nun nicht unbedingt gemacht 😀 Gegen Abend hatten wir dann noch etwas Zeit für uns und ich durfte nochmal ein bisschen fliegen.

Meine Gedanken wandern also immer wieder zurück ins Wochenende, anstatt sich mit den eigentlichen Aufgaben zu beschäftigen. Natürlich frage ich mich, wann ich wieder Zeit freiräumen könnte, um den Künstler wiederzusehen. Währenddessen erfreue ich mich an den Nachrichten, die wir austauschen. Schließlich kommen wir auch auf das Thema des nächsten Treffens und da es am besten passt, verabreden wir uns spontan für diesen Abend.

Natürlich fühlt sich der Rest des Tages jetzt noch zäher an, aber irgendwie vergeht die Zeit und ich kann endlich nach Hause. Dort angekommen, erledige ich ein paar Kleinigkeiten im Haushalt und mache mich dann ein bisschen frisch. Ich überlege mir genau, was ich anziehen könnte, um mich wohlzufühlen, dabei casual und dennoch sexy zu wirken. Gar nicht so einfach, aber ich denke, ich habe es einigermaßen hinbekommen. Dann setze ich mich an den PC, schreibe einen Blogbeitrag fertig und bemühe mich, entspannt zu wirken.

Ich schaffe es tatsächlich, mich in den letzten Minuten des Wartens abzulenken und erschrecke mich beinahe vom Klingeln an der Tür. Ich öffne und der Künstler steht vor mir. Sofort beginne ich zu strahlen, bitte ihn herein und gebe ihm einen Begrüßungskuss. Er schafft es einfach immer wieder, mir durch seine bloße Anwesenheit ein Gefühl von Ausgeglichenheit und Glück zu geben.

Zunächst lasse ich ihn erstmal ankommen und wir unterhalten uns ein bisschen. Ich erzähle ihm zum Beispiel von diesem Blog und zeige ihm die ersten Beiträge. Es ist schon ein wirklich schöner Moment, als er den Teil über sich liest. Ich habe keine Geheimnisse vor ihm und grundsätzlich weiß er natürlich, wie ich mich fühle. Aber es ist schon etwas anderes, wenn das so ausformuliert ist. Vielleicht hat es ja auch etwas damit zu tun, dass ich neben ihm knie, seine Hand in meinem Nacken, während er die Texte liest. Oder wie er lächelt und sich über meine Worte über ihn freut.

Der Übergang ist offensichtlich und wir gehen ins Schlafzimmer. Er stößt bei mir nicht wirklich auf Widerstand, ein fester Griff in meinen Nacken reicht aus, um mich aufs Bett zu drücken und zu überwältigen. Ich versinke und nehme nur noch am Rande war, was genau er mit mir macht. Er nimmt mich völlig ein, er ist überall, hat mich fest im Griff. Schließlich liege ich gefesselt auf meinem Bett und bin ihm völlig ausgeliefert.

Ich werde hin- und hergeworfen zwischen Schmerz und Lust, bis die Grenzen verschwimmen. Zwischendurch muss ich ihm in die Augen sehen. Er sieht das Leid und die Lust in meinem Blick und ich den Genuss in seinem. Es ist wundervoll und grauenvoll zugleich und genau das liebe ich. Es endet mit einem nassen Bettlaken und absolut fantastischem, intensivem Sex.

Irgendwann komme ich langsam in die Wirklichkeit zurück. Wir liegen noch eine Weile im Bett, kuscheln, genießen und reden ein bisschen. Die Themen über die wir uns unterhalten gehen irgendwann wieder in eine ziemlich eindeutige Richtung. Das führt dazu, dass ich irgendwann verschiedene Kleidungsstücke vorführe und dem Künstler meine Spielzeuge zeige. Man ahnt schon wohin das führt.
Der Künstler demonstriert mir Schlaginstrumente. Teilweise weiß ich, welche es sind, aber eins habe ich nicht gesehen. Es ist hart, wirklich hart und die Pause war nicht lang genug. Ich komme an meine Grenzen, doch gleichzeitig fühlt es sich so gut an. Ich weiß, ich will mehr, aber mein Körper widerspricht mir und ich muss das Safeword sagen.

Er bricht ab, gibt mir einen Augenblick Erholung und nimmt mich dann sehr fest in den Arm. Ich schmiege mich an ihn. Seine Nähe tut mir gut und ich kann wieder aufatmen. Es ist okay, denn auch wenn die Atmosphäre ziemlich intensiv wurde, war es ja eigentlich “nur” ein Ausprobieren. Gefühlt vergehen nur wenige Minuten und ich sehne mich bereits wieder nach mehr. Er spürt es, er kennt mich einfach so verdammt gut. Und Beherrschung scheint uns beiden nicht wirklich zu liegen. Wir beide geben nach, wir können es beide nicht lassen.

Aber das hält nur kurz an. Der Künstler weiß, dass es sonst zu viel wäre, denn er kann leider nicht bleiben. Es wäre schlichtweg unverantwortlich, mich so zu fordern, ohne ausreichend Zeit für Nachsorge. Oder wie der Künstler es selbst sagt: “Ich schütze dich vor dir selbst.” Ich spüre, dass wir beide das bedauern, aber es ist nicht zu ändern.

Da ich leider jedes Zeitgefühl abgebe, sobald ich den Künstler treffe, kann ich nicht sagen, wie lange wir noch kuscheln. Leider ist irgendwann der Moment gekommen, aufzustehen. Ansonsten wäre die Situation wohl doch noch eskaliert. Da wir aber noch ein bisschen Zeit haben, liest der Künstler die anderen, bereits fertiggestellten Blogbeiträge und ich mache eine Kleinigkeit zu essen.

Etwas später ist der Moment des Abschieds gekommen. Für mich ist es bittersüß, ich sehne mich so sehr nach mehr. Ich weiß genau, in dieser Nacht wird er mir fehlen. Er ist so wundervoll und so zärtlich zu mir. Dann können wir den Augenblick nicht weiter verzögern und er geht. Das Wiedersehen liegt schon jetzt in der Luft, ich werde mich sicher nicht lange gedulden müssen.

Ich räume noch ein paar Sachen zusammen, arbeite noch ein wenig am Layout des Blogs und philosophiere dabei in meinen Gedanken über die Gefahren der Neugier und über Selbstschutz. Gefühlt tanze ich momentan an den Grenzen zu einer Art BDSM Rausch. Am liebsten hätte ich von allem mehr und heftiger.

Aber mein Körper zeigt mir deutlich die Grenzen und ich höre darauf, sowohl in einer akuten Situation als auch allgemein gesprochen, da ich mir auch immer ein bisschen Pause und Zeit für mich nehme. Außerdem sind es Abende und Momente wie heute, die mein Vertrauen in den Künstler bestätigen. Er kann mich teilweise besser lesen, als ich mich selbst und achtet auf mich. Es ist allein dieses Vertrauen und diese Verbindung, die mir Sicherheit geben.

Und da überflutet mich eine Welle von Dankbarkeit. Ich hab ein solches Glück, dass er mich gefunden hat und wir diese besondere Verbindung haben.
Ich lächle bei diesem Gedanken, schalte den PC aus, schicke dem Künstler noch einen Gute Nacht-Gruß auf’s Handy und lege mich ins Bett, um glücklich einzuschlafen.

Vielen Dank an dich, dass du den Beitrag gelesen hast. Ich hoffe dieser Teil des Gedankenkarussells hat dir gefallen.

Alles Liebe

Kati

2 Gedanken zu „Von Neugier und anderen Risiken“

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